ENTWICKLUNGSBEREICH FLUGFELD - Bürgerbeteiligung

Bürgerbeteiligung

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Um eine zukunftsfähige und relevante Arbeit als Planer zu leisten, ist es wichtig, die Bedürfnisse und Wünsche derjenigen zu kennen, für die man plant. Nichts ist schlimmer als die richtige Antwort auf die falsche Frage. Deshalb glauben wir an einen umfassenden Beteiligungsprozess, der die eigentliche Entwurfsarbeit begleitet und in die richtige Richtung lenkt. Hierbei ist uns auch wichtig, alle Stimmen zu hören und verschiedene Meinungen gegenüber zu stellen. Mit Hilfe der Erfahrungen unserer Planungsbüros Gehl (Kopenhagen) und Vogelsang (Nürnberg) mit partizipativen Verfahren sind wir zuversichtlich, die passenden Lösungen für die vielfältigen Anforderungen der Bürger entwickeln zu können.

Auch wenn aufgrund gegebener Umstände keine persönliche Öffentlichkeitsbeteiligung stattfinden konnte, haben wir durch das Online-Tool der Planungsbüros „Maptionnaire“ großartiges und hilfreiches Feedback der Neumarkter bekommen.

Insgesamt haben über 800 Bürger ihre individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Anregungen zu unseren Konzepten abgegeben. Basierend auf diesen Rückmeldungen können wir nun gemeinsam mit unseren Planungsbüros an den Konzepten für den neuen Stadtteil auf dem Flugfeld weiterarbeiten.
Gehl Architects: „People-First”-Ansatz

Verteilung der Teilnehmer

Den Schwerpunkt der Teilnehmer bildeten Erwachsene im Alter von 25 bis 65 Jahren. Diese Gruppe macht 4/5 der Teilnehmer aus. Auf Jugendliche unter 25 Jahren und Senioren über 65 Jahren entfallen die verbleibenden 1/5 gleichermaßen.

Den Schwerpunkt der Teilnehmer bildeten Erwachsene im Alter von 25 bis 65 Jahren. Diese Gruppe macht 4/5 der Teilnehmer aus. Auf Jugendliche unter 25 Jahren und Senioren über 65 Jahren entfallen die verbleibenden 1/5 gleichermaßen.

Die absolute Mehrheit der Teilnehmer (89%) gab an, dass sie Einwohner von Neumarkt sind. Die verbleibenden Teilnehmer sind entweder Berufspendler und arbeiten in Neumarkt oder besuchen regelmäßig Freunde oder Familie und haben so einen engeren Bezug zur Stadt.

Die Teilnehmergruppe wurde, in Bezug auf ihre Haushaltssituation, durch zwei Gruppenarten maßgeblich geprägt. Diese beiden ("Paar-Haushalte" und "Familien mit Kindern") machten zusammen knapp 73% der Teilnehmer aus. Die nächtstgrößere Gruppe waren die Single-Haushalte mit 16%. Die verbleibenden 11 % entfallen auf Mehrgeneratonenhäuser, Alleinerziehende und Wohngemeinschaften.

Ergebnisse der ersten Bürgerbefragung:

Neumarkt in der Zukunft
Lieblingsorte
Lieblingsorte

Welche sind die beliebtesten Orte in Neumarkt?

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Öffentliche Räume
Öffentliche Räume

Wünsche an die Gestaltung öffentlicher Räume

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Sozialraum
Sozialraum

Was wünschen sich Menschen für ein perfektes Wohnumfeld?

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Wohnraum-Typologien
Wohnraum-Typologien

Welche Wohn- und Eigentumsmodelle können sich die Befragten vorstellen?

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Mobilität
Mobilität

Wie kann Mobilität in einem neuen Wohngebiet aussehen?

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Fazit der Bürgerbefragung:

Die große Resonanz an der durchgeführten Onlinebeteiligung ermöglicht nun eine umfassende Berücksichtigung der Wünsche und Anregungen der Bürger in der weiteren Rahmenplanentwicklung. Weiterhin war es möglich verschiedene Entwurfsideen, welche die Stadt zusammen mit den beauftragten Planungsbüros gerne für das Flugfeld anstreben würde, hinsichtlich ihrer Akzeptanz bewerten zu lassen.

Ein besonderer und zentraler Fokus soll in der Entwicklung des Flugfeldes der öffentliche Raum mit Parks und Plätzen einnehmen. Diese Elemente sind nach Ansicht der Stadt und der Büros ein wichtiger Aspekt für das alltägliche Leben der Einwohner und den Erfolg eines Stadtteiles. Im Zuge der Onlinebefragung wurde deutlich, dass der Großteil der Teilnehmer hier ebenfalls große Qualitäten sieht und für ihre Bedürfnisse auch attraktive und nutzbare öffentliche Räume als wichtig ansehen. Diese Aussagen lassen sich dabei besonders in den Fragen zu den persönlichen Lieblingsorten im Stadtgebiet erkennen. Weiterführend können nun die dargelegten gewünschten Freiraumaktivitäten sowie die beliebtesten Freiraum-Beispiele in den Planungskonzepten für das Flugfeld berücksichtigt werden. Berücksichtigt bedeutet dabei, dass Räume bzw. Flächen in der Planung vorgesehen werden sollen, welche genau die gewünschten Qualitäten abdecken können.  So sollten Grün- und Freiräume nun insbesondere Möglichkeiten für attraktive Spaziergänge, zum Natur erleben, zum Erholen und Entspannen, für Sport und Fitness, zum Kinder spielen, zum Gärtnern oder zum Gassi gehen bieten. Ebenfalls in öffentlichen oder auch halböffentlichen Räumen könnten gastronomische und kulturelle Nutzungen möglich sein.

Die Ergebnisse zu den Themen Sozialraum und Wohnraum-Typologien helfen der Stadt und dem Planungsteam nun sehr konkret bei der Definition und Anordnung der geplanten Wohnquartiere sowie der geplanten Wohnraumtypologien. Die Teilnehmer werteten oder gaben an, dass große Qualität in einem lebendigen Viertel aber auch in einem ruhigen und begrünten Straßenraum gesehen werden. Ein Fokus könnte somit bei der Planung auf der Stärkung des Fahrrad- und Fußgängerverkehres liegen. Diese beiden Aspekte wurden von den Teilnehmern als besonders wichtige Eigenschaften für ein ideales und lebenswertes Viertel bewertet.
Hinsichtlich der Wohnraum-Typologien zeigte sich, dass die Bedürfnisse nach Altersgruppen sehr unterschiedlich sind. Die Altersgruppe im mittleren Alter (24-64 Jahre) leben am liebsten in Einfamilienhäusern, die jüngere Gruppe in einer Wohnung und Senioren in einem Mehrgenerationenhaus. Insgesamt zeigt sich an diesem Bild, dass für das Flugfeld die unterschiedlichsten Wohnbedürfnisse bestehen und ein Mix an Wohnformen erforderlich ist. Dabei bestätigt das Ergebnis der Befragung sehr klar, dass jede Lebenssituation sehr klare und individuelle Ansprüche an das Wohnen besitzt. Diese unterschiedlichen Bedürfnisse gilt es möglichst flexibel im Plangebiet vorzusehen. Die wichtigsten Qualitäten für zu Hause liegen auch im Freiraum und werden hier von den Teilnehmern im eigenen Garten bzw. dem Balkon/der Terrasse gesehen.

Im Bereich Mobilität und Verkehr zeigte sich, dass das Auto als Verkehrsmittel insgesamt eine hohe Bedeutung besitzt und zu den meistgenutzten Verkehrsmitteln gehört. Hierfür sind die wesentlichen Gründe eine hohe Bequemlichkeit sowie fehlende oder aufwendig nutzbare ÖPNV-Alternativen. Demgegenüber wird in einem autoarmen Viertel eine hohe Qualität mit wesentlichen positiven Faktoren gesehen. Zu diesen zählen insbesondere eine geringere Verkehrslärmbelastung, eine höhere Sicherheit für Kinder sowie Flächenersparnisse. Aus diesen Erkenntnissen und befürworteten Qualitäten ergeben sich nun verschiedene Aspekte und Anforderungen, welche im Rahmenplan berücksichtigt werden sollen. Dies sind eine gute und direkte Anbindung an den ÖPNV, die Stärkung alternativer Mobilitätsformen (bspw. durch kurze, direkte und schnelle Verbindungen, gute Erreichbarkeit und Lage von täglich frequentierten Einrichtungen und Institutionen sowie gute Abstell- und Unterbringungsmöglichkeiten von E-Bikes und Lastenrädern).

Den Abschluss der Online-Beteiligung bildete die Bewertung und Kommentierung der fünf Grobkonzepte für das Flugfeld. Das Ergebnis kann auch hier als deutlich bewertet werden. Das Konzept, in welchem der stärkste Fokus auf der Autonutzung sowie dem Verfolgen bisheriger Planungsideen und -ansätze lag, weist die niedrigste Beliebtheit auf. Hier werden die wenigsten Qualitäten und Fortschritte gesehen. Grundsätzlich werden alle Konzepte, welche die angestrebten neuen Qualitätsansätze verfolgen als positiver angesehen.

In der Gesamtbetrachtung werden für die Rahmenplanentwicklung sehr positive Rückmeldungen aus der Online-Beteiligung wahrgenommen. Die verfolgten planerischen Grundprinzipien und die damit verbundenen Qualitäten werden überwiegend als positiv und erstrebenswert angesehen. Die bestehenden und auch im Zuge der Beteiligung dargelegten Probleme und Fragestellungen sind mehrheitlich Detailaspekte (bspw. zum Erhalt von ökologisch hochwertigen Biotopstrukturen oder Zielvorgaben für die Freiraumentwicklung), welche nun in der weiteren Bearbeitung des Rahmenplans, in welcher nun in einem größeren Maßstab weitergearbeitet wird, berücksichtigt und umgesetzt werden können.

Auf Basis der vorliegenden und in Bearbeitung befindlichen Fachgutachten sowie den Themen und Anregungen der Öffentlichkeit wurden drei große Themenbereiche (Raum, Mobilität, Bebauung) mit jeweiligen Unterthemen definiert. Dies sind insgesamt die Schwerpunktthemen, welche für die Fortentwicklung des Rahmenplans von zentraler Bedeutung sind und entsprechend detailliert ausgearbeitet werden.
Die Schwerpunktthemen für die weitere Ausarbeitung des Rahmenplans sind:
Stadtverwaltung Neumarkt i.d.OPf.
Stadtplanungsamt
Rathausplatz 1
92318 Neumarkt i.d.OPf.